Lüfthildis Swiderek-Brose
Lüfthildis Swiderek-Brose
Einrichtungsleiterin
AWO Altenzentrum Weilerswist
Rosenhügel 21
53919 Weilerswist
Tel. 02254 36-0

Aktuelles

21.03.2019

Aktionstag gegen Rassismus

Rede zum Aktionstag gegen Rassismus:

"Die AWO ruft Bundesweit auf, diesen Tag zu nutzen um ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Wir möchten ein Zeichen setzen mit einer Perlenkette. Jeder soll eine Kugel auffädeln als Zeichen, dass wir ein Teil einer Kette sind. Keiner kann ohne den Anderen sein, niemand kann alles alleine. Wir brauchen uns gegenseitig und damit wir miteinander auskommen, müssen wir an einem Strang ziehen.

Gesellschaften werden durch alle Zeiten vom Thema Fremdenfeindlichkeit geprägt, immer wieder. Häufig verursacht durch politische Ereignisse, die eine Gesellschaft in den Krieg führt, so dass Menschen flüchten müssen. Vertreibung und Flucht nutzen Menschen immer wieder um eine Gesellschaft aufzuwiegeln. Hetze gegen Fremde ist ein Machtinstrument und wer es schafft sich an die Spitze zu setzen, besitzt die Macht.

Die AWO hat uns in ihrem Informationsbrief dieses Jahr noch mal auf die Ereignisse des Nationalsozialismus hingewiesen und den NSU Prozess. Im Mai 1933 versuchte die nationalsozialistische Administration die AWO in die Deutsche Arbeiterfront zu integrieren. Aber sie verweigerten sich der NS Bewegung anzuschließen. Daraufhin wurde die Arbeiterwohlfahrt von der Gestapo zerschlagen. Marie Juchacz musste in das Exil nach Amerika gehen. Trotzdem waren die Mitglieder immer noch aktiv und nahmen Juden in Schutz. Sie Versteckten und versorgten sie. Viele Mitglieder der AWO wurden wegen dieser Taten, von der NS Diktatur, hingerichtet. In der internationalen Woche gegen Rassismus, beschäftigt sich die AWO auch mit dem Thema des NSU Komplexes. Darin geht es um die Aufarbeitung dieses Kriminalfalles, der mit einer Gruppe in Zusammenhang steht – dem nationalistischem Untergrund. Im NSU Prozess wurden 29 Verbrechen verhandelt. Diese Geschichte geht auf das Jahr 1998 zurück als sich die Verantwortlichen dieser Gruppen (das Trio aus Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe) in den Untergrund tauchten, obwohl viele V-Männer dieser Gruppe integriert waren. Dieser Fall wurde trotz vieler Mordanschläge und Attentaten nie wirklich aufgeklärt. Es geht um Verfassungsschützer am Tatort, geschredderte Akten, den Tod eines Geheimdienstlers, die Jagd hinter einem Phantom, getötete Hinweisgeber und vieles mehr.

Die AWO will diskutieren wie solche Phänomene, die Bildung rechtsradikaler Gruppen, in einer Bildungsreichen Gesellschaft etablieren können. Auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die nicht mit an einem Strang ziehen möchten, so sehen wir, das solche Tendenzen sich auf lange Sicht nicht durchsetzen und der Mensch immer wieder einen Weg findet sich aus einer Tyrannei zu befreien. Wir hoffen, dass wir egal ob Jung oder Alt, heute noch mal das Bewusstsein schärfen um uns gemeinsam gegen Rassismus einzusetzen, denn nur gemeinsam sind wir stark!"

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